Über mich

Susanne Kollmann

Foto: Nina Heidemann

Seit meiner Geburt 1964 in Kiel führe ich ein bewegtes Leben. Dafür bin ich dankbar. Nach Stationen in Köln, Archsum und Probsteierhagen lebe und arbeite ich seit vielen Jahren wieder an der Förde. Ich bin Historikerin, Ex-Kellnerin, Gärtnerin, Künstlerin, Journalistin, Moderatorin, Beraterin und Gründerin von menue kontrovers. Was mich in meiner Arbeit stets bewegt, sind die Fragen danach, wer wir sind, wie wir zusammen leben wollen und wie wir das Ganze selbst mitgestalten können. Denn der Wandel ist ja immer schon da. Stereotype machen mich misstrauisch. Ich stehe auf Übergänge, Zusammenhänge, das Andere, das Unbekannte.

Kochen erdet

Ein Leben ohne zu kochen kann ich mir nicht vorstellen. Wenn nichts mehr geht, gehe ich auf den Markt und koche. Wenn alles super läuft, auch. Wenn ich ein Land näher kennenlernen möchte ohne direkt dorthin zu reisen, erkunde ich immer auch dessen traditionelle Küche. Sie ist wie eine neue Sprache, nur viel leichter zu lernen. Wenn ich aber doch in ein Land reise, dann nie ohne eine extra Tasche für die Lebensmittel, die ich wieder mit nach hause nehme. Zum Kochen gehört natürlich auch das gemeinsame Essen. Zusammen zu essen ist so ähnlich wie zusammen zu singen: In dem Moment, wo sie es teilen verbindet es die unterschiedlichsten Menschen.

Dass Essen mehr bedeutet als satt zu machen erfuhr ich schon ziemlich früh, im Garten und in der Küche meiner Oma Lisbeth. Unauslöschlich: das Aroma frisch gezogener Wurzeln, an denen noch Erde klebt, der Geschmack und das Gefühl von selbst gepulten Erbsen auf der Zunge, der Duft über den Erdbeerreihen, die Farben. Und dann die Magie des Kochlöffels, mit dem aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern auf wundersame Weise erst ein Teig und dann ein Kuchen wird. Fabelhaft!

Meine Oma Elfriede wiederum kochte ihr Leben lang so wie sie es von ihrer schlesischen Mutter gelernt hatte. Als sie 1947 mit ihren drei Kindern nach Plön kam, konnte sie nur wenig Gepäck mitnehmen. Die Rezepte hatte sie ihr Leben lang im Kopf.